Wie Cäsar auf ´ner Regenwiese - Ein Konzertbericht von Thomas Müller

Höhepunkt des diesjährigen Sängerfestes 2007 war zweifelsohne das Konzert von „Cäsar und Die Spieler“. Eine Legende der DDR-Musik feierte am Samstag mit dem Teucherner Heimatverein Geburtstag. Beim Gastgeber ist es der zehnte, der Gast aus Leipzig steht 40 Jahre auf der Bühne. Mit Leidenschaft und Temperament boten Cäsar & Die Spieler ihrem Publikum das breite Spektrum Cäsars Schaffens. Erinnerungen an Renft und Karussell, Cäsars Rockband bis zum neuen Buch und CD. Cäsar kam mit seinen Spielern nach Teuchern und ließ vierzig gelebte Bühnenjahre musikalisch auferstehen. Bei einem Mix aus Sonne und Wolken pilgerten ca. 400 Besucher in den Stadtpark. Cäsar, das letzte Mal am 26.8.1984 mit „Cäsars Rock-Band“ zum Parkfest in Teuchern, kam schon 17.00 Uhr in Teuchern an und mischte sich unters Volk. Vom Bratwurststand ging es zum Soundcheck. Eine Bude bot CD´s und seine Autobiographie an. Kurz nach 19.00 Uhr standen die Musiker auf der Bühne. Nach einem „Hallo Teuchern“ ging eine musikalische Frage an das Publikum „Geht es dir gut“ von der CD „Cäsar die Zweite“. Die Spieler, das sind Till Uhlmann, Matti Rabold, Jogy Franke und Jana Mende, ergänzten den bluesigen Gitarrensound Cäsars . Till und Jana zeigten den Fans vor der Bühne ,daß sie ihre Instrumente aufs beste beherrschten. Zwei Geigen neben Bass und Drums machten doch viele neugierig auf den Abend und sie wurden nicht enttäuscht. Nach kurzem Einspielen und Matti´s Gitarrensolo am Bühnenrand hatte man die Fans auf seiner Seite. Mit Blues und Rock gemischt mit einigen ruhigen Stücken , Cäsar griff immer mal zur Akustikgitarre, spielte man die Lieder die auch die Nicht- Hardcore-Fans kannten „Wandersmann“, „Steig ein“, „Mc Donald´s“ , „Bauernpolka“ und dann endlich „Cäsar´s Blues“.

„Wie ein Krokodil auf ner Regenwiese  … so traurig ist das Lied“. Der Stadtpark verwandelte sich wie auf Bestellung in eine Regenwiese, ein kurzer Schauer ließ viele zum Regenschirm greifen aber keiner wollte sich den Rest des Konzertes entgehen lassen. Es folgten Songs wie „Einsamkeit“, eine deutsche Version des alten Yardbird Titels „Still I´m sad“, den der Frontmann mit tiefster Stimme intonierte, wie auch schon „Kain ist tot“. Beim „Apfeltraum“ zeigte Cäsar, das er auch ein Meister auf der Blockflöte ist. Nach ca. zwei Stunden Musik vom feinsten dann „Wer die Rose ehrt“, ohne Keyboards, dominierend von Cäsars Gitarre ergänzten Till und Jana an der Geige den Keyboard Teil aufs vortrefflichste. Erste Zugabe Rufe schallten zur Band und Cäsar sagte: „Also gut wenn ihr noch klatscht, dann spielen wir halt noch ein bisschen“, und das Publikum klatschte natürlich. Und Cäsar spielte natürlich! Waren es nun fünf oder sieben Zugaben, keiner hat mehr mitgezählt. Es gab noch den „Baggerführer Willi“ und auf besonderen Wunsch den Stones Klassiker „Lady Jane“. Cäsar mit Akustikgitarre nur begleitet von Jana Mende an der Geige. Irgendwann am Schluss dann noch den Karussell Titel „Gelber Mond“ – Cäsar und Jana im Duett.

Auch nach dem Konzert war Cäsar Peter Gläser nicht einfach verschwunden, er gab noch Autogramme, signierte sein Buch, alte Renft Platten und neue CD´s. Ich persönlich hätte gern noch „Zwischen Liebe und Zorn“ gehört und „Im Bauch des Riesen“, einem Lieblingslied meiner Tochter aber „Lady Jane“ hat uns für alles entschädigt.

Für viele ging ein wunderschöner Abend zu Ende nach einem tollen Konzert.
Danke Cäsar!

Nachtrag Oktober 2008:
Am 23. Oktober 2008 starb Peter Gläser in Leipzig nach langer Krankheit. Geblieben ist die Erinnerung an ein tolles Konzert.