Teuchern, eine Kleinstadt zwischen Weißenfels und Zeitz, im Landkreis Weißenfels, zählt gegenwärtig ca. 3.600 Einwohner. Sie umfaßt eine Fläche von ca. 1.153 ha und ist verkehrsmäßig über die A 9, die B 91 und die Eisenbahnstrecke Weißenfels-Zeitz und Naumburg sowie durch entsprechende Busverbindungen zu erreichen. Nachweislich wurde Teuchern schon weit vor Christi Geburt durch die Bandkeramiker besiedelt. 1480 erhielt Teuchern das Stadtrecht. Das damit verbundene Marktrecht ist heute wieder wirksam und lockt viele Händler und Besucher zu den traditionellen Markttagen sowie zum Topf- und Blumenmarkt am letzten Wochenende im August in den in der Innenstadt gelegenen Stadtpark. Blickpunkte der Stadt sind der neu gestaltete Marktplatz mit Rathaus, Ratskeller und Marktbrunnen.
Die Geschichte des Rittergutsschlosses reicht
weit zurück. Gegen 1112 als Sumpfburg errichtet, entstand später ein
Wasserschloß mit Zugbrücke und Wassergraben. 1712 wurde an dieser Stelle das
Rittergutsschloß gebaut, in welchem ab 1951 das Landambulatorium untergebracht
war. Heute praktizieren in diesem wunderschön gelegenen Ärztehaus eine
Zahnärztin und drei Praktische Ärzte für Allgemeinmedizin. Der zum ehemaligen
Schloß gehörende Park mit seinem alten und teilweise recht seltenen Baumbestand
dient nicht nur der Erholung, er wird auch genutzt, wenn es heißt: Teuchern
feiert! Zum alljährlichen Parkfest finden sich dann eine Vielzahl bekannter
Künstler, Schausteller und Besucher ein. Die Kleinstadt Teuchern spielte gegen Ende des 17. Jahrhunderts eine für das Musikleben erstaunliche Rolle. An diesem Ort kamen drei bedeutende Komponisten aus der Zeit von Bach, Händel und Telemann zur Welt: Christian Schieferdecker, Johann David Heinischen und Reinhard Keiser. Letzterer, der wohl bekannteste Sohn Teucherns, wurde 1674 geboren und erlangte als Hauptkomponist an der renommierten Hamburger Gänsemarktoper Weltruhm. Sein Geburtshaus steht noch heute am Markt 9, wenn auch nicht mehr ganz in seiner ursprünglichen Gestalt. In diesem Haus erinnert eine Gedenkstätte an Teucherns bedeutendsten Sohn sowie auch an die anderen genannten Komponisten. Hier vermag der Besucher anhand von Schautafeln die wichtigsten Lebensstationen Keisers nachzuvollziehen und sich per Tonband seiner Meisterwerke zu erinnern. Der Marktplatz von Teuchern erhielt im Zuge der Altstadtsanierung ein neues Gesicht. Verschiedene Häuser in diesem Bereich wurden bereits saniert und strahlen in neuem Glanz. Der Springbrunnen und der neu gestaltete Pavillon tragen dazu bei, daß sich die Bürger von Teuchern auf ihrem Marktplatz wohl fühlen. Am 13. November 1828 wurde das heutige Wappen der Stadt am Ratskeller angebracht. Es enthält den Wahlspruch „Vincat veritas atque justitia" (Wahrheit siege, Gerechtigkeit gelte).
In Teuchern entstand ein neues Wohngebiet, „Das
Mittelfeld", das mit ca. 70 Eigenheimen bebaut wurde und wird. Außerdem gibt es
in Teuchern ca. 80 Handwerks- und Gewerbebetriebe. In stiller ländlicher
Umgebung, unweit von Teuchern, liegt das Wasserschloß Bonau. Einst auf den
Fundamenten einer Wasserburg errichtet, beherbergt es heute ein Hotel, das mit
seinem mittelalterlichen Flair nicht nur für Übernachtungen wirbt, sondern auch
für besondere Veranstaltungen und Feierlichkeiten in stilvollem Rahmen.
Bekanntester Gast auf Schloß Bonau war übrigens der Dichter Christian
Fürchtegott Gellert. Er weilte in den Jahren 1757-1764 des öfteren zu
ausgedehnten Aufenthalten und zur Genesung als Gast bei der Familie des
sächsischen Kammerherrn von Zedtwitz.
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