140 Jahre Freiwillige Feuerwehr Teuchern - Aus der Chronik !


Teucherner Feuerwehr feiert GeburtstagExakt auf den 13. März 1866 geht die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Teuchern zurück. Laut Chronik von Inge Müller war es eine private Vereinigung, die sich die Geräte auf eigene Kosten beschaffte. Das erste Spritzenhaus war eine Holzbaracke. Als Löschgerät diente ein großer Bottich mit Handspritze. Bereits 1873 wurde ein neues Spritzenhaus gebaut und 1876 folgte der hölzerner Steigerturm. Zum 25-jährigen Bestehen im Jahr 1891 standen bereits 20 Einsätze zum Löschen "von Schadfeuer" zu Buche. 1899 wurde die Standarte im "Gasthof zum Löwen" geweiht. 1906 erhielt der Kommandant Fuhrmann für 40-jährige Dienstzeit das von seiner Majestät verliehene Allgemeine Ehrenzeichen aus der Hand von Bürgermeister Knobbe. Am 23. Mai 1910 ging der Großbrand der Grube Paul in Luckenau in die Geschichte ein. Es brannten acht Schuppen mit einer Million Presssteinen und 100 000 Zentner Briketts. Die Hitze des gewaltigen Feuerherdes war so stark, dass der von Zeitz nach Weißenfels fahrende Personenzug hinter Theißen nass gespritzt werden und schnell den Bahnhof Luckenau durchfahren musste. 21 auswärtige Feuerwehren, so auch die Freiwillige Feuerwehr Teuchern, beschränkten das Feuer auf seinen Herd in der Grube Paul. 1911 wurde die Uniformpflicht eingeführt und die Wehr beabsichtigte, etwa 40 bis 50 Uniformröcke anzuschaffen. Ein Jahr darauf traten die Teucherner dem Kreisverband der Feuerwehren bei. Durch die Mobilmachung (ab 1914) entstandenen Lücken im Mannschaftsbestand wurden für die Dauer des Krieges durch den örtlichen Schützenverein aufgefüllt. Ein nächstes Großfeuer folgte am 26. Oktober 1924. Damals stand der Markt in Flammen. Der Brunnen war schnell ausgepumpt und die anderen Brunnen in der Nähe versagten bald ihren Dienst. Das Feuer griff auf die Apotheke über, so dass diese nicht mehr zu retten war. Etwa zehn Jahre später bestand die Wehr aus 38 Mann, und es begann der Neubau des Feuerwehrdepots. Am 20. Oktober 1935 wurde es eingeweiht. Daraufhin folgte die Neueinteilung der Stadt in zwei Löschbezirke. Es wurden eine Motorspritze mit Motorwagen und ein Mannschaftswagen mit Anhänger angeschafft. 1940 zählte die Teucherner Wehr 83 Männer einschließlich Reserve und Altersabteilung. Damals wurden auch Gasschutzanzüge angeschafft. Nach Kriegsende 1945 kam beim Einmarsch der amerikanischen Truppen das Feuerwehrauto abhanden. Daraufhin wurde der Wehr ein Fahrzeug aus früheren Wehrmachtsbeständen überlassen. In den Nachkriegsjahren häuften sich im Feuerwehrdepot Diebstähle, so wurde 1948 eine Wohnung im Depot eingerichtet. 1949 wurde auch die Teucherner Wehr eine Einrichtung des Landes. 1966 feierte die Feuerwehr ihr 100-jähriges Bestehen. Im Stadtpark gab es ein großes Fest mit 29 Gastwehren. Auch Komiker Eberhard Cohrs trat im Rahmen der Feierlichkeiten auf. 1981 zählte die Freiwillige Feuerwehr Teuchern noch 27 Mitglieder. Nach der Wende nahm diese Zahl rapide ab und zählte schon 1990 nur noch 14 Kameraden. Am 28. Mai 1991 rückte die Wehr zu einem Großbrand einer Scheune der LPG in die Straße des Friedens aus. Zum Einsatz kamen acht Löschzüge mit 40 Mann Besatzung. Doch die Scheune brannte ab. Am 21. August 1991 überreichte die hessische Partnerstadt Borken ein neu aufgebautes Feuerwehrauto. 1993 erhielt dann die Wehr ein neues Löschfahrzeug. Ein Jahr später begann der Bau des neuen Feuerwehrhauses Unterm Berge. 1995 wurde es eingeweiht. Außerdem gab es ein weiteres Löschfahrzeug vom Typ W 50 aus Leuna. Im August des gleichen Jahres wurde eine Jugendfeuerwehr gegründet. 1997 gab es den bislang letzten Großbrand. Der Dachstuhl eines Wohnhauses brannte ab. Fünf Feuerwehren waren mit rund 50 Mann im Einsatz. Die Bewohner aus drei Häusern wurden evakuiert.